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Immobilienerwerb in Ungarn: Worauf Sie achten sollten

19. Mrz 2018 News

Der Immobilienerwerb in Ungarn trotz fehlender ungarischer Staatsangehörigkeit ist grundsätzlich möglich. Es gelten jedoch kleine Einschränkungen.

Wenn Sie vorhaben, ein Haus zu kaufen, sind Sie als EU-Bürger ungarischen Staatsangehörigen gleichgestellt. Für juristische Personen mit Sitz in Ungarn, egal ob im ausländischen oder ungarischen Eigentum bzw. Teileigentum, ist der Erwerb von nicht-landwirtschaftlich genutzten Immobilien ebenfalls ohne Genehmigung uneingeschränkt möglich.

Zur Übertragung des Eigentumsrechts an einer Immobilie bedarf es eines schriftlichen Kaufvertrags, der von einem in Ungarn eingetragenen Rechtsanwalt beurkundet werden muss (Anwaltliche Gegenzeichnung). Dies bedeutet, dass der ungarische Anwalt den Vertragstext selbst verfassen und die Unterschrift beglaubigen muss. Vor dem für die Eintragung zuständigen Grundbuchamt herrscht ebenfalls Anwaltszwang. Der Eigentumsübergang muss ins Grundbuch eingetragen werden.

Die Einordnung als land- bzw. forstwirtschaftliche Fläche ist nicht von der tatsächlichen Nutzung, sondern der Kennzeichnung im Grundbuch entscheidend. EU-Bürger können ab dem 01.05.2014 unter den gleichen Bedingungen wie ungarische Staatsangehörige unter den Bestimmungen des sog. „Bodengesetzes“ (Gesetz Nr. CXXII von 2013) „fruchtbaren Boden“, also land- und fortwirtschaftliche Immobilien erwerben.  Wenn sie nicht als Landwirt registriert sind, dürfen Sie maximal 300 Hektar Land erwerben.

Zwingende Eintragung beim Grundbuchamt

Die Firmen- und Handelsregisteranmeldungen erfolgen in Ungarn ausschließlich auf elektronischem Wege. Das Eigentumsrecht an der Immobilie erhalten sie nach Eintragung ins Grundbuch. Stellen Sie bitte den Antrag auf Eintragung innerhalb von 30 Tagen, weil ansonsten ein Ordnungsgeld verhängt wird. Die Eintragung erfolgt in der Regel innerhalb von ein bis drei Wochen. Wenn sie über keinen Wohnsitz in Ungarn verfügen, brauchen Sie einen Zustellungsbevollmächtigten, der auch Ihr Anwalt sein kann.

Steuern und Abgaben

Durch den Kauf fällt eine „Vermögensübertragungsgebühr“ an. Prinzipiell liegt diese Gebühr bei bis zu 4 % des Verkehrswertes.
Des Weiteren müssen sie eine Umsatzsteuer iHv 27% bezahlen. Diese Steuer entfällt beim Kauf zwischen Privatpersonen sowie besonderen Ausnahmefällen. Die jährliche Grundsteuer, die Sie bezahlen müssen, wird von jeder Gemeinde unabhängig bestimmt.

Zahlungsweise

Es ist üblich, bei Vertragsabschluss bis zu 20 Prozent des Kaufpreises als Anzahlung zu begleichen (sog. Sicherungsmittel). Bei ordnungsgemäßer Vertragserfüllung wird die Summe auf den Kaufpreis angerechnet.

Möglichkeit der Vertretung

Der Kauf kann auch über einen Bevollmächtigten abwickelt werden. Sie benötigen hierzu eine Vollmacht, welche von den ungarischen Behörden anerkannt wird. Dazu muss die von Ihnen unterzeichnete Vollmacht entweder von einem Notar Ihres Heimatlandes beglaubigt und mit einer Apostille versehen sein, oder von der ungarischen Botschaft gegebenenfalls von einem ungarischen Rechtsanwalt unterzeichnet worden sein.

Wir sind befugt, auch von Deutschland aus sämtliche Urkunden zwecks Immobilienerwerbs in Ungarn für Sie zu beurkunden. Wir beraten Sie gerne in allen Fragen rund um das Thema „Immobilienerwerb in Ungarn“.

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